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Gicht – auch Urikopathie oder Arthritis urica

byDr. med. Heinz Lüscher Oktober 21, 2019 0 comments

Was ist eigentlich Gicht?

Die Gicht wird den Krankheiten des rheumatischen Formenkreises zugeordnet und zählt zu den schmerzhaftesten Formen von Rheuma. Es handelt sich um eine entzündliche Gelenkserkrankung, die in Schüben verläuft. Häufig befällt sie zu Beginn das Grundgelenk der grossen Zehe, aber auch andere Gelenke und Weichteile können betroffen sein. Die zentrale Rolle zur Entstehung der Gicht ist ein erhöhter Harnsäurespiegel im Blut, eine sogenannte Hyperurikämie. Gicht sollte deshalb nicht mit Arthrose verwechselt werden, was z.B. bei schmerzhaften Fingergelenken oft geschieht.
Nur wenn eine Hyperurikämie vorliegt, handelt es sich um Gicht.

Hyperurikämie

Steigt die Harnsäurekonzentration über einen gewissen Wert, beginnt sich die Harnsäure auszukristallisieren und kann sich als scharfkantige Harnsäurekristalle an Gelenken, Schleimbeuteln und im gelenknahen Bindegewebe ablagern. Das führt dann zur Entzündung und den starken Schmerzen. Ein Gelenk wird beim akuten Gichtanfall ohne eine Verletzung oder eine andere nachvollziehbare Ursache hochschmerzhaft, geschwollen und heiss.

Wer ist betroffen?

Von Gicht betroffen sind deutlich mehr Männer als Frauen. Etwa 80% der Gichtbetroffenen sind männlich. Frauen sind zumindest bis zur Menopause weitgehend durch die weiblichen Geschlechtshormone gegen die Krankheit geschützt. So kommt es, dass Männer oft in ihrer Lebensmitte von einem ersten Gichtschub ereilt werden, während dies bei Frauen meist erst in ihren Sechzigern geschieht.

Was sind Auslöser?

Klassische Auslöser für einen (meist nächtlichen) Gichtanfall sind ein üppiges Essen mit viel Fleisch, Fisch oder Meeresfrüchten. Dies ist aber dann nur der sogenannte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat, denn die Gicht beziehungsweise die Hyperurikämie hat sich vorher schon länger unbemerkt im Körper zu schaffen gemacht.

Was treibt den Harnsäurespiegel in die Höhe?

Eine zentrale Rolle spielen dabei die Purine. Purine sind Bausteine der Erbsubstanz (DNA) in den Zellkernen. Purine gelangen einerseits durch die Ernährung in den Körper, andererseits stammen sie aus dem körpereigenen Zellabbau. Purine werden im Stoffwechsel zu Harnsäure umgewandelt.
Bei der Gicht handelt es sich um eine Purin-Stoffwechselerkrankung.

Purinhaltige Nahrungsmittel einschränken

Tierische Nahrungsmittel sind purinreicher als pflanzliche. Eine wichtige Massnahme nach einem ersten Gichtanfall, oder natürlich bestenfalls schon zur Vorbeugung (wenn Gicht z.B. in der Verwandtschaft gehäuft auftritt), ist also, vor allem den Fleischkonsum einzuschränken. Anzuraten ist das völlige Verzichten auf Schweinefleisch, Wurstwaren und Innereien.
Aber auch Milchprodukte und Fisch sollten reduziert werden. Protein aus Hülsenfrüchten ist bei Gicht sicher besser als das aus tierischen Produkten, sollte aber auch in Massen gegessen werden.

Aminosäuren

Natürlich braucht der menschliche Organismus Protein, aus welchen Quellen sollte er dieses bei den oben erwähnten Einschränkungen also bekommen?
Ich kann hier die Einnahme von hochwertigen Aminosäuren als Nahrungsergänzung empfehlen. Aminosäuren bilden in langkettigen Verbindungen die Proteine, sind also deren Bausteine. Bereits aufgespalten in die Bausteine, können sie vom Körper schnell aufgenommen und verwertet werden und dies ohne den Organismus, vor allem Niere und Leber, zu belasten. Aminosäuren, die der Körper benötigt, jedoch nicht selbst herstellen kann, werden essentielle Aminosäuren genannt (oder auch EAA – Essential Amino Acids). Folgende Aminosäuren gehören dazu: Leucin, Valin, Isoleucin, Lysin, Phenylalanin, Threonin, Methionin und Tryptophan.
Es gibt eine riesige Auswahl an Aminosäuren-Produkten auf dem Markt. Achten Sie darauf, dass die acht essentiellen Aminosäuren rein, frei und kristallin und aus biologischer und veganer Herkunft und frei von Zusatzstoffen sind. Am besten geeignet sind sogenannte Presslinge, von welchen täglich morgens rund 5g eingenommen werden sollten.

Natürliche Schmerzmittel zum Einreiben

Schmieren und salben hilft allenthalben … sagt ein bekanntes Sprichwort. Hat man dann noch ein hochwertiges und naturnahes Gelenköl zur Hand, trifft es umso mehr zu. Gelenköle mit Arnika, Johanniskraut und CBD wirken schmerzlindernd und entzündungshemmend und können bedenkenlos mehrmals täglich auf die betroffenen Stellen aufgetragen werden. Die Wirkkraft ist durchaus mit der gängiger Schmerzsalben mit chemischen Wirkstoffen zu vergleichen und im Gegensatz zu diesen frei von Nebenwirkungen.

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