Klinoptilolith: Topische Anwendung
Isabel Lüdi-Roth, Texterin, Pflegefachfrau
Zur inneren Anwendung – zur Unterstützung der Entgiftung – ist Klinoptilolith vielen Menschen bereits ein Begriff. Doch das feine Mineralpulver kann auch direkt auf der Haut in Form einer selbst hergestellten Paste eingesetzt werden, insbesondere zur Unterstützung bei entzündlichen und nässenden Hautproblemen.
Innerliche Wirkung
Klinoptilolith ist ein Sammelbegriff für Minerale aus der Gruppe der Zeolithe. Aufgrund ihres häufigen Vorkommens in vulkanischen Regionen werden sie auch als Vulkanerde bezeichnet. Als fein vermahlenes (mikronisiertes) Pulver kann Klinoptilolith zur Unterstützung von Entgiftungsprozessen eingesetzt werden. Die Vulkanerde passiert den Magen-Darm-Trakt und bindet dabei – vergleichbar mit einem Schwamm – verschiedene Schadstoffe wie Schwermetalle, Toxine oder Stoffwechselabfallprodukte.
Äusserliche Anwendung
Klinoptilolith kann auch topisch angewendet werden. Wird es in Form einer Paste auf entzündete Haut aufgetragen, bindet es Feuchtigkeit, Wundsekret oder überschüssigen Talg und entzieht Mikroorganismen wie Bakterien oder Hautpilzen dadurch eine wichtige Lebensgrundlage. Darüber hinaus bindet es Histamin: Histamin ist ein körpereigener Botenstoff, der in der Haut bei entzündlichen Prozessen, Verletzungen, Reizungen oder allergischen Reaktionen freigesetzt wird und zu Rötung, Schwellung sowie Juckreiz führt.
Damit ist Klinoptilolith ein vielversprechendes Mittel zur topischen Behandlung diverser Hautprobleme. Wichtig zu beachten ist, dass es nicht bei stark trockener Haut eingesetzt werden sollte.
Anmerkung: Die Haut steht stark mit Darm, Leber und Immunsystem in Verbindung, weshalb bei vielen Hauterkrankungen zusätzlich eine Darmbehandlung Sinn macht. Das heisst, man unterstützt die Haut von innen und aussen.

Bei folgenden Hautproblemen kann Klinoptilolith topisch angewendet werden:
- Psoriasis (Schuppenflechte)
- Neurodermitis (atopisches Ekzem)
- Akne
- Hautpilz
- Nässende Ekzeme
- Herpes zoster (Gürelrose) als Begleitbehandlung
- Wunde Körperfalten
- Seborrhoe (übermässige Talgproduktion)
- Kleine, oberflächliche, nässende Wunden
Klinoptilolith-Paste
Mit Klinoptilolith-Pulver lässt sich ganz einfach eine Paste herstellen, indem man es mit Wasser anrührt. Die Konsistenz kann je nach Wunsch durch die Wassermenge individuell angepasst werden – von eher dünn bis dick. Alternativ zum Wasser kann auch ein Hydrolat verwendet werden, beispielsweise aus Kamille, Lavendel, Salbei oder Rose. Die Anwendung einer Klinoptilolith-Paste eignet sich besonders für kleinere bis mittelgrosse Hautflächen. Je nach Grösse der zu behandelnden Fläche wird entsprechend mehr oder weniger Paste benötigt.
Zubereitungs- und Anwendungsvorschlag:
- 2 Esslöffel Klinoptilolith-Pulver (Achtung: nicht einatmen)
- 1 Esslöffel Wasser oder Hydrolat
- zu einer Paste verrühren
- betroffene Hautstellen mit Wasser oder Hydrolat reinigen
- Paste auftragen (Achtung: Augenkontakt vermeiden)
- ca. 15 Minuten einwirken lassen (nicht komplett trocknen lassen)
- mit reichlich Wasser abspülen
- anschliessende Feuchtigkeitspflege
- 2–3 Mal pro Woche wiederholen
Bei stark nässenden Hautstellen kann das Pulver auch in trockener Form angewendet werden, um noch mehr Feuchtigkeit aufzunehmen. Anschliessend mit Wasser gut abspülen.

Anschliessende Pflege
Eine geeignete Hautpflege nach der Behandlung mit Klinoptilolith ist sehr wichtig, da der Haut Feuchtigkeit entzogen wurde. Zu empfehlen sind z.B. Hautpflegeprodukte, die auf einem natürlichen, Lecithin-basierten Emulgator-System basieren und zusätzlich Mandelöl, Jojobaöl, Mangobutter, α-Bisabolol und D-Panthenol enthalten.
Geeignete Klinoptilolith-Produkte
Wichtig für die topische Anwendung ist, ein hochwertiges Produkt in Lebensmittel- oder Pharmaqualität, das zur Einnahme geeignet ist, zu verwenden. Ein solches Präparat enthält mikronisiertes (fein vermahlenes) Klinoptilolith in der optimalen Partikelgrösse.
Ist Klinoptilolith auch bei Wunden geeignet?
Hierzu gibt es bisher leider noch nicht viele Erfahrungen. Doch die Wirkungen des Pulvers sprechen für eine Behandlung von kleineren, oberflächlichen, nässenden und leicht infizierten Wunden. Die Behandlung gehört aber in die Hände von Personen mit Erfahrungen in Wundpflege.
Bei chronischen Wunden wie diabetischen Ulcera, Ulcera cruris oder Dekubiti und bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem ist besondere Vorsicht geboten: In diesen Fällen würde ich von einer Behandlung mit Klinoptilolith abraten!
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